Eine Ski-Premiere in Colorado

Zu Besuch in den Vail Resorts

Um mich zu allererst zu verteidigen – wenn man aus Hamburg kommt, kennt man von Haus aus kaum höhere Hügel als unsere Deiche. Da kann es schon mal passieren, dass man 27 Jahre alt ist und noch nie auf Skiern stand.

Was mich nicht daran gehindert hat, mich in eben jener Sportart zu versuchen. In den Rocky Mountains. In Colorado. Dezember 2015. Eineinhalb Wochen erkundete ich die Vail Resorts, um mir ein Bild von den Pisten, Hotels, Restaurants und Orten machen zu können. Björn, der Skiresort-Tester. Oder so ähnlich.

Zwischen Wildem Westen und Viertausendern

Da wir bei CU | Ski eine Menge nordamerikanischer Skigebiete im Angebot führen, wollte ich die Chance ergreifen, mich von den Vorzügen einiger jener Skiresorts selbst zu überzeugen.

Und so machte ich mich auf den Weg nach Colorado: Breckenridge, Vail, Beaver Creek, sowie ein Besuch in Denver standen auf dem Programm.

Zahlreiche tolle Erlebnisse machten diese Reise ebenso unvergessen, wie viele freundliche, hilfsbereite und absolut serviceorientierte Menschen. Was meiner Meinung nach bereits der erste Vorteil ist, den das Skifahren in den USA mit sich bringt.

Die Menschen erwecken nicht nur den Eindruck, ihrer Arbeit nachzugehen. Sie leben und lieben das Skifahren und geben sich allergrößte Mühe, den Funken auch auf die Besucher aus fernen Ländern überspringen zu lassen.

Hello Breckenridge

Meine Tour begann – nach einer Fahrt vom Denver International Airport quer durch den nächtlichen Wilden Westen – in Breckenridge. Der Ort liegt in knapp dreitausend Metern Höhe.

Die Berggipfel rundherum erheben sich zum Teil auf über viertausend Meter.

Dementsprechend dünn ist die Luft dort oben. Das macht sich spätestens bemerkbar, wenn man sich selbst fragt, ob man beim Treppensteigen normalerweise auch in Schnappatmung verfällt. Es empfiehlt sich also, sich ein oder zwei Tage langsam an sein Pensum heranzutasten oder sich generell erst einmal an die ungewohnte Höhe zu gewöhnen, zum Beispiel bei einem Besuch im ebenfalls hoch gelegenen Denver. Die dünne Luft schmälert keinesfalls den Eindruck des großen Ganzen.

Weitläufige, mit Pulverschnee bedeckte Pisten warten in Breckenridge auf Skisportler und lassen keinen Wunsch offen. Von der Skischule bis hin zu Double Black Diamond Runs – den anspruchsvollsten Streckenabschnitten – lässt sich für jeden das passende Gelände finden.

Im Ort gibt es eine große Auswahl an Hotels und Apartments, die in fußläufiger Entfernung zu den Pisten und Liften liegen und allesamt über hilfsbereites Personal verfügen.

Der Ortskern von Breckenridge rund um die Main Street ist gespickt mit Shops, Boutiquen, Ski-Geschäften, Supermärkten, Bars und Restaurants. Besonders das „Hearthstone“ hat neben vorzüglichen Speisen und tollem Service eine einzigartige, urige Atmosphäre zu bieten. Und für den einen oder anderen Drink nach einem langen Skitag ist man im „Blue Stag Saloon“ genau richtig, inklusive Lagerfeuer auf der Terrasse.

Bilder:
© Beaver Creek Abend: Jack Affleck / Vail Resorts

Hello Vail

Nach zwei Tagen in „Breck“ und meinen ersten Schritten auf Skiern (vielen Dank an das Instructor-Team) ging es für mich weiter nach Vail.

Der erste Eindruck war überwältigend. Vieles erschien noch eine Nummer größer und edler. Dank kostenloser Shuttles, die im Fünfminutentakt durch den Ort touren, konnte ich mir schnell einen Überblick verschaffen und mir einige der phänomenalen, teils gigantischen Hotels aus nächster Nähe anschauen.

Was das Thema Unterbringung betrifft, ist Vail eines der absoluten Highlights in Nordamerika. Für den schmaleren Geldbeutel ist zwar tendenziell wenig Auswahl geboten, doch wer sich im Skiurlaub etwas gönnen möchte, ist in Vail genau richtig. The Sebastian, Four Seasons, Ritz Carlton oder Tivoli Lodge – die Häuser machten allesamt einen absolut tollen Eindruck auf mich.

Auch nach langen Tagen auf den Pisten gibt es ein großes Angebot in der Stadt sowie in den Unterkünften. Es warten tolle Shopping-Möglichkeiten (Süßigkeiten, Klamotten, Ski-Zubehör, Schnickschnack, Souvenirs oder Schmuck), zahlreiche einladende Spa-Bereiche und natürlich viele Restaurants und Bars.

Was mich betrifft, konnte ich meine fantastischen Ski-Skills in Vail dank der Hilfe eines engagierten Ski-Coaches ins schier Unermessliche verbessern. So lange, bis wir mit den „Trockenübungen“ fertig waren und ich den ersten sanften Hügel heruntersausen durfte. Nach einem kurzen Moment des Vergessens erinnerte ich mich glücklicherweise ans Bremsen und konnte mein Leben gerade noch retten.

Daraufhin beschloss ich, meine Ambitionen, ein Super-G-Superstar zu werden, zu verwerfen. Es war allerdings eine tolle Erfahrung, die ersten Ski-Versuche in über 8.000 Kilometern von Hamburg entfernt zu absolvieren.

Noch wichtiger bzw. repräsentativer als meine Erfahrungen sind jedoch die der Experten. Ich habe mit einigen Leuten vor Ort gesprochen, die allesamt vom Skifahren in Vail angetan waren.

Einige waren sogar der Meinung, dass Vail den besten Schnee und die besten Voraussetzungen der gesamten USA vorweisen könne.

Nach meinen aktiven Versuchen habe ich die Berge mit Hilfe der Eagle Bahn Gondola sowie der Gondola One erklommen, um mich umzusehen. Es ist schon ein Highlight, all den geübten Skifahrern dabei zuzusehen, wie sie sich auf die Pisten schwingen und wie viel Freude ihnen das Skifahren bereitet.

Bilder:
© Seilbahn: Leisa Gibson / Vail Resorts
© Abend: Vail Resorts
© Wolken: Vail Resorts

Hello Beaver Creek

Nach einigen Tagen in Vail ging es für mich weiter – wenn auch nur in einige Kilometer Entfernung.

Denn Beaver Creek liegt nur rund fünfzehn Autominuten von Vail entfernt. Die Stadt begrüßt ihre Besucher mit einem ähnlich schönen Ortskern, in dessen Mitte eine große Eisfläche gelegen ist. Das Zentrum mit seinen Shops, Bars und Restaurants ist ein wenig komprimierter, als in Vail, sodass Fußwege von Hotels zu den Pisten großteils kürzer ausfallen.

Ausnahmen sind die Unterkünfte in Bachelor Gulch, einem kleinen Ort, der mit einem wiederum kostenlosen Busshuttle (rund zehn Minuten) mit Beaver Creek verknüpft ist. Ein schmuckes Hotel, für das sich die Reise nach Bachelor Gulch definitiv lohnt, ist das Ritz Carlton, das mit einer traumhaften Terrasse und einem direkten Zugang zu einem Ski-Lift ausgestattet ist.

Aber auch viele Hotels in Beaver Creek überzeugen auf ganzer Linie. Unter anderem das Park Hyatt, das St. James Place oder das The Charter, die zentral gelegen sind und über jeglichen Komfort verfügen, den es beim Skiurlaub bedarf.

Ein wahres Highlight, das ich wärmstens empfehlen kann, ist eine abendliche Schlittentour mit der Schneeraupe. Diese zieht die Gäste in einem großen Schlitten den Berg herauf zu Beano’s Cabin, einer urigen Hütte, in der ein unvergessliches Dinner mit mehreren Gängen wartet. Wenn man aus dem Schlitten die Sterne und das erleuchtete Beaver Creek am Fuße des Berges erblickt, sind das schon traumhafte Eindrücke.

Soweit ich es als angehender Ski-Weltmeister beurteilen kann, erschienen mir auch die Pisten und Lifts in Beaver Creek als weitläufig und optimal ausgestattet.

Die Lifte sind sogar mit dem einige Kilometer entfernten Bachelor Gulch vernetzt, sodass man alle Pisten der Region problemlos nutzen kann.

Generell ist es mit dem EPIC Skipass möglich, alle Pisten in Vail, Breckenridge, Beaver Creek, sowie Keystone, Park City, Northstar, Heavenly, Kirkwood und Perisher die gesamte Saison über zu nutzen.

Dieser Skipass bietet sich für alle an, die länger als fünf Tage in den entsprechenden Skigebieten verweilen und viele verschiedene Pisten und Orte erkunden wollen.

Bilder:
© Four Seasons Vail: North American Hosts

Fazit

In den knapp zehn Tagen, die ich in Colorado unterwegs war, habe ich einiges gelernt:

1. Bis ich Ski-Weltmeister werde, sind noch ein oder zwei Besuche in den Vail Resorts (oder anderen Skigebieten) nötig.
2. Der Pulverschnee in Colorado – inmitten des Kontinents – ist von einzigartiger Qualität – noch besser als in Küstenregionen.
3. Für Ski-Enthusiasten lohnt es sich auf jeden Fall, mehrere Tage durch die verschiedenen Resorts zu touren.

4. Die Pisten in Colorado sind so weitläufig und zahlreich, dass man ohne große Wartezeiten an den Liften starten kann.
5. Vor Ort lässt sich jegliches Ski-Equipment problemlos ausleihen, in sämtlichen Größen und für jede Anforderung.
6. Ski-Anfänger haben fast überall die Möglichkeit, super freundliche und engagierte Ski-Lehrer zu finden, zum Teil sogar mehrsprachig.
7. Auch für Familien und Kinder sind überall geeignete Areale zu finden. Die Kinderfreundlichkeit ist generell hoch, spezielle Ski-Schulen für Kids helfen bei den ersten Schritten.

8. Denver ist ein guter Ausgangspunkt, um sich an die Höhe zu gewöhnen. In der Universitätsstadt warten tolle Restaurants, Museen, Bars, Sehenswürdigkeiten, Shoppingmöglichkeiten und Sportevents.

Vielen Dank den Vail Resorts, die mich nach Kräften dabei unterstützt haben, während meines Besuchs in Colorado so viele Eindrücke, Hotel-Einblicke und natürlich Pisten-Erfahrungen wie möglich sammeln zu können. I’ll be back.

Björn Esperling, Januar 2015

Bilder:
© Skiläufer: Vail Resorts

Skiurlaub in den USA und Kanada