Skifahren in Telluride

Telluride: Das Skiresort für jedermann

Das Telluride Skigebiet liegt in Colorado.

Da ich in jenem US-Bundesstaat schon viele Skigebiete kannte – Aspen, Vail, Breckenridge oder Beaver Creek – wollte ich die Gelegenheit ergreifen, den Ort Telluride samt seiner Berge und Pisten zu erkunden. Vorweg: Dieses Skiresort bietet wirklich alles und für jedermann – sehr empfehlenswert. Was genau Telluride auszeichnet, werde ich im Folgenden erklären.

Meine Reise nach Telluride

Da war ich also: In Telluride, inmitten der Rocky Mountains. Der Name war mir zwar schon lange ein Begriff, aber näher beschäftigt hatte ich mich mit diesem Skiresort noch nie richtig. Höchste Zeit also, persönliche Eindrücke zu sammeln.

Das Skiresort Telluride ist von Denver oder Salt Lake City aus in jeweils rund sieben Autostunden zu erreichen. Wer lieber fliegt, kann jedoch auch zum Beispiel von Denver aus weiter zum kleinen Flughafen Montrose fliegen, der nicht mehr allzu weit von Telluride entfernt liegt. Diese Variante wählte ich. Nach einem vierstündigen Aufenthalt in Denver, der durch ein Gewitter und einen Schneesturm ein wenig in die Länge gezogen wurde, dauerte der Flug nach Montrose erfreulicherweise nur fünfundvierzig Minuten. Bei der Ankunft war ich vom kleinen Flughafen in Montrose fasziniert. Man marschiert von der Maschine quer über den Flugplatz zum Terminal – sowas erlebt man nicht häufig.

Montrose selbst ist eine typische nordamerikanische Kleinstadt. Die Hauptstraße ist mehr oder weniger geziert von Einkaufsmöglichkeiten, Supermärkten und vielen Restaurants, wobei man etliche Fast Food Ketten sieht, die (noch) nicht in Europa angekommen sind. Der Shuttle vom Montrose Airport zum Skigebiet dauerte weitere neunzig Minuten. Nach insgesamt 24 Stunden Reisezeit ab Hamburg konnte ich dann endlich um 22 Uhr Ortszeit abends die Tür zu meinem Zimmer in der Mountain Lodge öffnen.

Wissenswertes rund um den Ort

Man muss zwei Orte in Telluride erwähnen: das alte Telluride und das neue moderne Mountain Village.
Telluride selbst ist ein alter Bergarbeiter-Ort und zeigt dies bis heute. Der Ort erinnert an ein in der Zeit stehengebliebenes Western-Städtchen. Nette kleine Restaurants und wenig touristisch – hier leben die „Locals“.

Mein Trip fand am Ende der Saison statt und so konnte ich die traditionell am letzten Skiwochenende stattfindende „Ski-Closing- Party“ mitnehmen. Die Hauptstraße wurde gesperrt und den ganzen Nachmittag wurde ausgelassen auf der Straße mit Bands, lokalem Bier und weiteren Leckereien gefeiert.

Von Telluride gelangt man dann mit einer Gondel über einen kleineren Bergkamm in das Mountain Village.

Bevor ich auf das Mountain Village eingehe, möchte ich kurz ein Restaurant an der Mittelstation der Gondel auf dem Gipfel des Bergkamms hervorheben:

Allred’s Restaurant.

Das Restaurant ist sehr hochpreisig und man sollte schon Wochen bzw. Monate im Voraus einen Tisch reservieren – das Essen und der Ausblick auf die fantastische Bergkulisse sind es allemal wert. Die Gondel ist kostenlos nutzbar und dient für die meisten als öffentliches Verkehrsmittel. Sie läuft von 7 Uhr morgens bis Mitternacht. Eine Fahrt von Telluride zum Mountain Village dauert 15-20 Minuten.

Das Mountain Village wiederum ist ein typisch nordamerikanischer Skiort. Neue große Hotelbauten, kreisförmig um das Zentrum angeordnet, stehen dicht an dicht. Kleine Geschäfte, Restaurants, Skiverleihe lassen keine Wünsche offen. Eine weitere kurze Gondel (5 Minuten) verbindet außerdem das Mountain Village mit einem für ein Skigebiet relativ großen Supermarkt. Hier findet man alles, was man braucht!

Willkommen in Telluride

Das Skigebiet ist mit 18 Liften und 147 Abfahrten unglaublich facettenreich. Jeder Lift bietet Zugang zu
ganz neuem Terrain und macht das Skilaufen so unglaublich abwechslungsreich.

Eine der Besonderheiten ist, dass man von jedem Lift sowohl als Anfänger über grüne und blaue Pisten als auch als Profi über „Double Blacks“ wieder zu einem anderen Skilift gelangt.
Auch für komplette Skianfänger bietet das Skigebiet einiges. Anders als normalerweise befindet sich das flache Anfänger-Gelände nämlich nicht im Skiort in unmittelbarer Nähe der Hotel und des Ortes, sondern sehr weit oben im Skigebiet zwischen den Bäumen. So können auch Anfänger Skilaufen von A bis Z in Telluride genießen.

Am Berg gibt es mehrere Hütten, die wiederum anders als in anderen nordamerikanischen Skigebieten keine gigantischen Versorgungsstationen sind, sondern kleine und gemütliche Plätze darstellen, wie man es auch aus Europa gewöhnt ist. Die Preise auf den Hütten entsprechen denen anderer Skiresorts in Nordamerika, liegen vielleicht sogar etwas darunter.
Wie bereits erwähnt war ich selber in der Mountain Lodge einquartiert. Die Mountain Lodge liegt direkt an zwei Pisten und bietet somit perfektes Ski-in und Ski-out. Die Mountain Lodge hat nicht den höchsten Wohnstandard, jedoch ist der Preis entsprechend günstiger und nach meinem Befinden war das Preis-Leistungs-Verhältnis das beste am Berg. Der deutsche Kunde, dem es primär um tolles Skifahren geht, wird sich hier perfekt aufgehoben fühlen.

Ein besonderes Highlight der Mountain Lodge sind sehr großzügige Cabins, in denen bis zu 10 Personen schlafen können.

Gerade für Gruppen ideal und sehr viel günstiger und gleichzeitig komfortabler als jedes Apartment in einem der am Platz liegenden schicken Hotels.

Was bleibt zu sagen? Jeder Skifahrer aus Europa, der gerne nordamerikanisches Skifahren in einem schönen traditionellen Ort erleben möchte, ist im Telluride Skigebiet goldrichtig aufgehoben.

Ich habe selten ein abwechslungsreicheres Skigebiet erlebt.

Für Anfänger bis Experten ist für jeden von allen 18 Liften abgehend etwas dabei. Das hat man selten.
Durch die Distanz zu Denver sind die Pisten noch leerer, als das in Nordamerika in den meisten Skiresorts sowieso schon der Fall ist. Die Anreise ist zwar auch für den Europäer etwas länger als zu anderen Skigebieten, aber das wird belohnt.

Timmo Krause-Dünow, März 2016

Skiurlaub in den USA und Kanada